Wie die Röschenflechte meinen Urlaub vermiest hat – nicht

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Ich hatte mich so sehr auf meine drei Wochen Urlaub dieses Jahr gefreut. Ich hatte so viel Stress auf der Arbeit davor, das ich es kaum abwarten konnte.
Ich hatte mir 11 Tage auf einem Campingplatz an der Ostsee gebucht.
Ein etwas abseits an einem Fahrradweg gelegener Campingplatz, an dem ich zur Ruhe kommen könnte, lesen in der Ostsee schwimmen und die Seele baumeln lassen.
Soweit der Plan.

Eine Woche vor Urlaubsbeginn bekam ich plötzlich einen merkwürdigen Ausschlag. Ich habe mit allen möglichen Cremes versucht damit es besser würde, aber es wurde immer schlimmer. Angefangen hatte es an den Armen.
Das dies nicht nur eine allergische Reaktion war wurde mir klar, als der Ausschlag sich immer mehr auszubreiten begann.

Einen zeitnahen Termin bei einem Hautarzt zu bekommen war nahezu unmöglich. Ich solle doch erst mal zu meinem Hausarzt, die kennen sich auch mit vielen Hautkrankheiten aus.
Meine Ärztin staunte nicht schlecht, als ich ihr sagte, dass sie sich das anschauen sollte. Sie hatte nämlich null Plan, was das sein könnte.
Sie deutete auf Röschenflechte, aber sie meinte, ich sollte doch besser zum Hautarzt. Sie versuchte dort anzurufen, hatte aber kein Glück. Sie meinte dann ich soll einfach zum Hautarzt und meine Arme und Beine zeigen, dann bekäme ich bestimmt einen schnelleren Termin, aber ich musste mittags noch arbeiten und so nahm ich mir vor am Montag dort hinzugehen, wenn ich den ganzen Tag zeit habe.

Inzwischen sah alles bedingt durch die Hitze und das Schwitzen einfach nur schrecklich aus.

Röschenflechte 2

Am Montag musste ich dennoch um einen Termin kämpfen, bekam dann aber einen Tag später einen Termin mit Wartezeit, die dann allerdings nur auf 5 Minuten fiel.

Der Hautarzt war sich nicht ganz sicher ob es die Röschenflechte sei, oder vielleicht doch eine allergische Reaktion. Er nahm Blut ab und Donnerstag sollte ich das Ergebnis erhalten.

Er verschrieb mir eine Cortisonhaltige Creme, die aber auch nicht wirklich eine Besserung brachte, sie half höchstens beim abheilen der bereits schuppigen Haut.

Ich war so verzweifelt, das ich mich die ganze Woche in meiner abgedunkelten Wohnung aufhielt und niemand sehen wollte. Ich hoffte einfach, das es ganz schnell von alleine besser würde. Im Netz habe ich gelesen das die Röschenflechte innerhalb 6-8 Wochen von alleine abheilt.
Ich hatte das Gefühl das jegliches eincremen, duschen und vor allem Schwitzen alles noch schlimmer macht.
Ich verkniff es mir bei der unerträglichen Hitze von über 38 Grad mehr als 1 mal am Tag zu duschen, was mir sehr schwer viel, da ich an solchen heißen Tagen andauernd unter die Dusche steige, wenn ich nicht den ganzen Tag am oder im See verbringe.
An den See wollte ich nicht, ich fühlte mich als Aussätzige und wenn ich einkaufen musste spürte ich die Blicke und das Getuschel hinter mir.

So verging meine erste Urlaubswoche und ich war mit der Situation kreuzunglücklich. Hatte ich mich doch so sehr auf die Ostsee gefreut und darauf endlich eine Bloggerfreundin persönlich kennen zu lernen.
Von Tag zu Tag hoffte ich weiter, dass ich morgens aufstehe und der Spuk vorbei wäre, auch sehnte ich mich so sehr danach ins kühle Nass zu springen und mich endlich von der nicht enden wollenden Hitze abkühlen zu können.

Meine Kinder redeten auf mich ein, ich solle einfach losfahren und auf die anderen pfeiffen, leichter gesagt als getan.
Abends rief mich dann meine Enkelin an und fragte wann ich fahren würde und das sie so gerne mit kommen würde. Allerdings wüsste sie nicht, ob  es ihr dann auch gefällt zu Campen und ihre Mama kann sie dann ja nicht abholen wenn sie doch lieber nach Hause wolle.
So saß ich am Sonntagmorgen beim Frühstück, als ich dachte: Scheiß drauf, ich rufe jetzt alle Campingplätze in der näheren Umgebung an und wenn irgendwo was frei ist, dann geh ich mit meiner Enkelin dahin. Ich bekam dann die Zusage von Montag, also am nächsten Morgen bis Samstag.
Ich hab mich zum Kaffee bei meiner Tochter angemeldet und meiner Enkelin die gute Nachricht überreicht, das wir zusammen Zelten werden.

Meine Campingausrüstung stand schließlich schon seit einer Woche in einer Ecke vom Wohnzimmer und wartete auf ihren Einsatz.
Bis ich alles im Auto verstaut hatte, war ne ganz schöne Schufterei.

Als es endlich losging, war ich schon total erschöpft. Zum Glück habe ich die Klimaanlage noch vorher reparieren lassen, denn es war sehr heiß an dem Tag.
Als wir die Anmeldemodalitäten erledigt hatten, ging es an den Zeltaufbau. Ich hatte ja ein wenig bammel, das ich es nicht schaffe das Zelt alleine mit Zoe aufzustellen, aber mit ihrer tatkräftigen Hilfe stand das Zelt nach ner halben Stunde in sengender Hitze.
Wir wollten eigentlich gleich danach zum See, aber ich war erst mal platt, als alles aufgebaut und eingerichtet war.
Hunger hatten wir auch inzwischen und haben uns Putenschnitzel mit Salat gemacht.

essen

Als wir gegessen hatten, war es schon nach fünf, so das wir das Baden für den Tag ausfallen ließen und nachdem wir das Geschirr gewaschen und geduscht hatten sind wir zum Minigolf, der auf dem Campingplatz ist und haben eine Runde gespielt.

Danach haben wir noch eine große Runde um den See gemacht und haben einen wahnsinns Sonnenuntergang erlebt.

Sonnenuntergänge

Wir haben dann noch etwas Triminos gespielt und sind dann gegen 24 h zum Schlafen ins Zelt.
Die erste Nacht habe ich kaum geschlafen. Vielleicht du ungewohnte Ruhe? Die ganze Nacht saß eine Grille neben meinem Zelt und wollte wohl ein Partner anlocken.

Der nächste Tag war wieder sehr warm und wir sind nach dem Frühstück gleich an den See, ich wusste nur nicht, ob ich ins Wasser sollte. Irgendwann war die Lust zu schwimmen und mich abzukühlen größer als die Angst das es danach noch schlimmer wird, das ich einfach los geschwommen bin.
Als ich aus dem Wasser kam, wunderte ich mich, weil alles auf einmal viel besser aussah. Sollte sich mein Arzt etwa geirrt haben und Baden schadet überhaupt nicht?

Durch das kühle Wasser sind die vorher roten Flecken sehr verblasst und waren nicht mehr ganz so auffällig.
Ich war das erste Mal so richtig happy.

Die Kinder schnappten sich die GoPro und machten ein paar Unterwasseraufnahmen.

 

Baden im See tat gut, nur warmes duschen verschlimmerte die Sache. Nach drei Tagen baden im See, fing dann alles an zu schuppen, ich kam mir vor wie ein Fisch.
Zwar sah man den Ausschlag immer noch ganz deutlich, aber inzwischen hatte ich mich daran gewöhnt und habe auch kurze Hosen und Röcke angezogen, wenn ich auf dem Campingplatz unterwegs war. Klar fühlte ich mich abends wenn ich lange Kleider anziehen konnte wohler, aber irgendwie gewöhnt man sich an alles.

Wir verbrachten noch ein paar schöne Tage auf dem Campingplatz und haben viel gespielt und geredet.

Spielen.jpg
An eine Nacht kann ich mich allerdings noch sehr gut erinnern. Meine Enkelin weckte mich, es würde jemand mit der Taschenlampe ums Zelt laufen, sie hätte solche Angst.
Ich versuchte mit Engelszungen auf sie einzureden, dass dies nur jemand ist, der mit der Taschenlampe zur Toilette läuft. Ich erklärte ihr das wir hier auf einem bewachten Campingplatz sind und Nachts Security unterwegs ist. Sie müsse nur einmal laut um Hilfe schreien und schon steht der halbe Campingplatz da.
Egal was ich ihr sagte, sie lies nicht davon los, das jemand ins Zelt wollte. Irgendwann ist sie dann wieder eingeschlafen und ich traute mich nicht mal mehr auf Toilette, wenn sie aufgewacht wär  und alleine ist, bekäme sie womöglich noch mehr Angst.
Am nächsten Morgen schrieb mir meine Tochter, dass Zoe ihr in der Nacht geschrieben hatte das sie so Angst hat das jemand ins Zelt einbricht.
Ein paar Stunden später löste sich der Fall. Unser Zeltnachbar erklärte Zoe, das er probleme mit seinen Beinen hat und Nachts öfter aufstehen und laufen muss. Sie braucht dann keine Angst zu haben, das ist nur er. Er hatte es wohl mitbekommen und wollte es ihr selbst erklären.

Das einzig lästige am Campingurlaub ist das man nach jedem Essen das Geschirr gleich spülen muss und nicht einfach in die Spülmaschine stellen kann. Ansonsten könne es zu einer Ameiseninvasion kommen, was ich aus Erfahrung um jeden Preis verhindern möchte. Zoe wollte immer das Geschirr spülen, bei soviel Ehrgeiz wollte ich sie natürlich nicht bremsen.

spülen

Die letzte Nacht durfte auch ihr Bruder Lennox bei uns auf dem Zeltplatz bleiben. Das Dumme war nur, das meine Luftmatratze ein Loch hatte und meine Tochter die Matte zu Hause vergessen hatte. Ich bildete mir ein, das ich dennoch gut schlafen könnte, wenn ich ein paar Decken aufeinander legen würde.
Das dies nicht so ist habe ich erst bemerkt als ich schlafen wollte. Sehr unbequem und sehr hart. Viel geschlafen habe ich nicht in der letzten Nacht und ich war sehr froh als sie beendet war. Ich hab mich noch nie so sehr auf mein eigenes Bett gefreut.
Zum Zelt abbauen und dann mein Schwiegersohn, was sie ganze Sache doch sehr vereinfacht hat.
Bepackt, bis obenhin begab ich mich dann wieder auf die Heimreise. Nach einem Zwischenstopp bei Edeka, wo ich ein Steak Nr1 für den Abend erstanden hatte kam ich zuhause an.

Mir graue davor alles nun drei Stockwerke nach oben zu tragen. Beim Griff in den Briefkasten habe ich in eine Rasierklinge gefasst, die ich mal dort rein gelegt hatte, weil die Mülltonnen so voll waren. Bevor sich noch jemand dran verletzt könnte ich die lieber ein anderes Mal entsorgen  – eine dumme Idee, denn inzwischen hatte ich das vergessen, als ich beherzt in den Briefkasten fasste.
Ich hatte zwei Fingerkuppen erwischt, die bluteten wie sau. Ich bin dann zu Domino, die sich bei uns im Hof befinden und hab einen Mitarbeiter nach etwas zum Abwischen gefragt. Bei der Gelegenheit fragte ich noch ganz nett an, ob er mir meine Sachen gegen ein Trinkgeld nach oben tragen möchte. Zu meiner Freude war er sofort bereit und ist insgesamt drei Mal schwer bepackt nach oben gelaufen.

Nach einer weiteren Woche Zuhause hat sich meine Haut schon sehr erholt. Sie schuppt zwar noch sehr und ist sehr fleckig, weil die Sonne ein eigenartiges Muster auf meine Haut gezeichnet hat, aber man sieht deutlich, das es besser wird.
Als einzigstes mein Po sieht noch ganz schlimm aus, aber den sieht schließlich niemand, außer meinem Spiegel.

Ich bin froh das ich zumindest eine Woche mit meiner Enkelin Zelten war. Leider nicht wie geplant an der Ostsee, aber zumindest an einem See. Da ich denke, das immer alles für etwas gut ist, sollte es halt einfach nicht sein. Vor ein paar Tagen sagte mein Sohn das an der Ostsee irgendwelche Viren oder Bakterien im Wasser gefunden wurde und eine Frau sogar daran verstorben ist. Dann war es vielleicht besser wenn ich mit meiner schon geschundenen Haut in der Ostsee geschwommen bin.

Morgen beginnt die Arbeit im Büro wieder, die nächsten beiden Wochen noch von 9 – 14 h, so das ich den Nachmittg noch zur freien Verfügung habe.
Ich hatte mir diesmal auch bewusst drei Wochen Blogurlaub genommen. Ich habe nun zwei Produkte hier über die ich dann im Laufe der Woche berichten werde.

Ich denke in ein bis zwei Wochen wird man nichts mehr sehen von der Röschenflechte. Im Prinzip eine harmlose Hautkrankeit, juckt kaum, ist nicht ansteckend, sieht nur unheimlich sch….. aus. Im Winter bekommt niemand etwas mit, weil Gesicht, Hände und Füsse verschont bleiben.
Über die Auslöser weis man nicht so viel, da es von alleine wieder abheilt, hat auch niemand Interesse daran, danach zu forschen. Man nimmt an das es eine Stressbedingte Hautkrankheit ist. Kommt hin, denn ich stand davor unter extremen Stress.

 

 

 

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